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Apple-Schrott gekauft
Wenn man weiß, dass man von seiner inneren Stimme noch nie getäuscht wurde und trotzdem, entgegen dem flauen Gefühl in der Magengrube, handelt, dann nennt man das – glaub ich – Dummheit. Und die gehört nach dem Volksmund bestraft.
Und wenn ich Dummheiten zu begehen pflege, dann natürlich stets dreifach, wie sich das für einen ordentlichen Freimaurer gehört.
Es begab sich also:
Meine Tochter wollte unbedingt ein iPhone. Und ich auch! Zwar nicht unbedingt, aber ich versprach mir davon, dass ein iPhone natürlich bestens mit meinem iPad 2 (mein erster Fehler, dazu später mehr) harmonieren würde (obwohl es auch mit meinem HTC Desire wunderbar funktionierte – wie ich jetzt weiß, sogar viel besser).
Vorgestern war es soweit: Meiner Tochter kaufte ich das von ihr gewünschte iPhone 4 (Fehler Nummer 2), schick in weißer Farbe, und ich gönnte mir das nagelneue iPhone 4S (Fehler Nummer 3) – auch in weiß, auf dass es gut zu meinem weißen iPad passe.
Und der Verkäufer wies uns noch darauf hin: “Sie wissen aber schon, dass Apple nur ein Jahr Garantie gewährt, alle anderen Hersteller gewähren zwei Jahre.”
Doof das, aber der Hinweis traf offensichtlich nicht auf Synapsen, die dem Vernunftzentrum unseres Gehirns zugeordnet sind. Der Kauf wurde vollzogen.
Endlich zu Hause, zog sich jeder von uns in seine Ecke zurück und packte voll Vorfreude seine neue Errungenschaft aus. Da kam nach einer Weile das Töchterchen angeschlichen und frug mich, ob sie mal den “Homebutton” an meinen iPhone ausprobieren dürfe um zu vergleichen, weil selbiger an ihrem Gerät irgendwie “komisch” zu drücken sei. Der Vergleich führte zu Frust: Tatsächlich konnte beim Tochtergerät die Homebutton-Funktion nur ausgelöst werden, wenn man den Knopf ganz am unteren Rand drückte. Bei natürlicher Bedienung konnten damit keine Funktionen ausgelöst werden.
Bei mir Frust in ähnlichem Ausmaß: Die Hotspotfunktion meines iPhone 4S funktionierte nur sehr unzuverlässig (Blinkertechnik: geht – geht nicht – geht – geht nicht …). Damit es überhaupt funktioniert, muss man eine Vielzahl von Kombinationen ausprobieren, erst WLAN einschalten, dann das mobiles Netzwerk und schließlich die Hotspotfunktion. Beendet man die Verbindung und versucht sie auf die selbe Weise wieder aufzubauen, funktioniert das wieder nicht. Dann muss man es in umgekehrter Reihenfolge probieren: Erst das mobile Netzwerk, dann den Hotspot und dann das WLAN. Will man es ein weiteres Mal versuchen, dann muss man erst die Netzwerkeinstellungen zurücksetzen, oder dass Gerät komplett neu starten usw.
Dabei war das beim HTC Desire-Smartphone ganz einfach: das Hotspot-Widget anklicken und schon stand der Hotspot… alle Geräte konnten sich sofort verbinden, sogar das iPad 2.
Nun, ich arbeite an der Problemlösung, habe aber bei meiner Recherche im Internet mit “iPhone 4S +Hotspot +geht nicht” recht schnell herausgefunden, dass das ein bekanntes und scheinbar häufiges Problem der iPhones 4 und 4S ist. Na Bravo! Angeblich soll es demnächst ein neues iOS (Betriebssystem) geben… warten wir’s ab.
Zurück zum frustierten Töchterlein: Heute also Showtown im O2-Laden. Wir wollten wegen des defekten Homebuttons das Gerät umtauschen. Von wegen! “Wissen Sie”, sagte der wirklich sehr freundliche O2-Mensch, “bei allen anderen Herstellern haben wir eine DOA-Regelung von 5 fünf Tagen, Apple jedoch bietet überhaupt keine DOA-Kulanz!”
Ich darauf “DOA-was?” Er: “Ach entschuldigen Sie, DOA ist ein Fachbegriff und meint ‘Dead On Arrive’, das heißt sinngemäß: ‘Defekt beim Empfang der Ware’. Während Sie bei allen anderen Herstellern von Mobiltelefonen und Smartphones binnen fünf Tagen ein evtl. defektes Gerät gegen ein neues umtauschen können, bietet Apple diesen kundenfreundlichen Service leider nicht. Ich muss das Gerät ihrer Tochter leider zur ‘Nachbesserung’ einsenden. Das wird etwa 10 bis 14 Tage dauern!”
Na Bravo! Neben mir die Tochter, mit Tränen in den Augen und ich mit einem dicken Hals stimmten zähneknirschend zu. Immerhin bekam das Töchterlein ein Leihhandy (mit dem man sich aber auf dem Schulhof kaum sehen lassen kann: Ein Nokia-Wurfeisen, auch das noch!).
Bleibt noch zu erwähnen, dass ich mit dem HTC-Desire in der U-Bahn stets gut telefonieren und – wenn auch nur im Edge-Modus – auch mal im Internet surfen konnte. Das iPhone 4S zeigt dort hingegen die meiste Zeit “Kein Netz”. Und selbst wenn es mal schwachen Empfang meldet, dann können weder Internet noch das tolle neue “Siri-Feature” benutzt werden, letzteres braucht nämlich eine knackige UMTS-Verbindung. Sei’s drum.
Nun will ich meinen ersten Fehler noch näher erklären:
Ich bedauere inzwischen nämlich auch den Kauf des iPad 2. Auch hier waren die Vernunftsynapsen scheinbar nicht ganz wach. Was mir beim Ausprobieren gefiel, war die flüssige Bedienbarkeit und die Haptik des Geräts. Was aber das Display angeht, dann kann dieses noch nicht einmal ansatzweise von der Auflösung, der Brillanz, der Farbstärke und der Schärfe einiger Android-Tablets mithalten. Und die Konnektivität des iPad 2 ist unter aller Kanone. Kein USB-Anschluss, kein SD-Kartenleser, äußerst widerspenstige Bluetooth-Gestaltung (außer Headsets und Freisprechanlagen konnte ich damit bislang kein Gerät verbinden). – Gleiches gilt übrigens für die beiden iPhones: Keine direkte Bluetooth-Verbindung mit beiden möglich, auch nicht untereinander.
Muss ich noch erwähnen, dass das HTC-Desire bislang ALLE Bluetoothgeräte erkannt und freudig verbunden hat (wenn in Richtung iPhone und iPad auch leider nur einseitig).
Die Anhänger der Apple-Sekte sehe ich bereits mitleidig grinsen. Sie haben es ja immer gesagt: “Apple baut Livestyle-Geräte”. Dass die auch gut sind und funktionieren, hat nie jemand behauptet!”
Also: Nur ein, statt zwei Jahre Garantie, keine kundenfreundliche “DOA-Regelung”, so etwas machen normalerweise nur Hersteller, die um den Schrott, den sie verkaufen, wissen. Das mag vielleicht auch mit den Herstellungsbedingungen zusammenhängen. Denn wie man dieser Tage hörte, begehen Arbeiter der Apple-Herstellungsbetriebe in Fernost wegen der ausbeuterischen Arbeitsbedingungen reihenweise Selbstmord. Beides zusammen erklärt aber immerhin Apples Gewinn-Rekordgewinnergebnis, welches kürzlich veröffentlicht wurde. Ich werde mir einen Termin beim Sektenberater geben lassen!
So resümiere ich in Anlehnung an die Apple-Werbung: “Weil ich ein iPhone habe, habe ich ein iPhone – und dummerweise auch noch ein iPad 2!”
KOW
Samstag, 28. Januar 2012, 18:19 Uhr -
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Angela Merkels fehlerhafte Sozialisierung
Koscher war mir die Kanzlerin noch nie. Ich nehme ihr deshalb auch nicht ab, “ein lupenreines Demokratieverständnis” zu besitzen. Doch glaube ich ihr, dass sie das, was sie unter Demokratie versteht, inzwischen lieben gelernt hat. Insgesamt aber halte ich sie für eine typische Apparatschika nach dem Strickmuster der alten DDR-Kader. Ihre Weltsichten wurden natürlich in der Gesellschaft geformt, in der sie aufgewachsen ist. Und ich halte sie auch nicht für eine gute Europäerin. Im Gegenteil: In ihren Äußerungen, in ihrem Handeln, selbst in ihrer Körpersprache verrät sie eins ums andere Mal, dass sie gar nicht begriffen hat, in welchem Land sie Regierungschefin werden durfte und welche eminent wichtige Rolle für uns “Wessis” die zähe europäische Einigung war und ist. Auch scheint sie wenig Sinn für die Bedeutung Europas für Deutschland zu haben. Harte Unterstellungen, die belegt werden wollen.
Merkel ist Physikerin. Das hätte sie in der DDR nicht studieren dürfen, wenn das Regime sie nicht als aus linientreuem Umfeld entstammend betrachtet hätte. Man muss sich mit Physikern unterhalten haben, um deren besondere Denkweise zu begreifen. Physiker denken in aller Regel in Modellen. Wie kaum bei anderen Naturwissenschaftlern, ist das Durchdeklinieren alles Seienden bei dieser Gattung Wissenschaftler stark ausgeprägt. Denkmodul wird neben Denkmodul gestellt, Prozesse analysiert und daraus neue Modelle entwickelt. Im Grunde ist das eine Form von Dialektik (von der These über die Antithese zur Synthese), die der Denkweise der Kommunisten sehr ähnlich ist. Diese Methode hat nur einen Nachteil: Sie führt dazu, dass leicht Gesamtzusammenhänge aus den Augen verloren werden, weil sie die Gedankenkraft in jedem dialektischen Prozess immer auf die Widersprüche, also auf das Ausräumen von erkannten Widersprüche in einem Thesen-Modell fokussiert. Dialektiker neigen daher zur Detailverliebtheit. man könnte auch sagen, zu Kleinkariertheit. Und wer sich in Details verliert, dem entgleiten dann schon mal die Sinne für die größeren Zusammenhänge. Und genau so sieht Merkels Politik – gerade beim Handeln in der Finanzkrise – auch aus: Sie nimmt sich immer nur des konkreten, drängendsten Problems an, übersieht dabei aber auch immer wieder, dass die Lösung desselben an anderer Stelle dafür viel größere Probleme generieren kann.
Eines kann man ihr jedenfalls nicht absprechen: Machtbewusstsein und den unbedingten Willen zur Macht. Im Streben nach Erhalt und Sicherung der deutschen Wirtschaftskraft, welches freilich auch bevorstehenden Wahlen geschuldet ist, zeigt sie sich nahezu blind für europäische Zusammenhänge. Dass sie Deutschland damit immer weiter – und auf gefährliche Weise – isoliert, scheint sie nicht zu bemerken. Das Abtriften Großbritanniens z.B., hätte sie niemals zulassen dürfen. Englands traditionell intime Nähe zu den USA führt nun zwangsläufig zu noch engerer Anbindung des Inselreiches an die Supermacht. Schon heute agieren die Briten in den europäischen Gremien eher als Agenten der USA denn als überzeugte Europäer. Umso mehr muss Deutschland bestrebt sein, die Briten immer mitzunehmen.
Aber auch ihr Auftreten ggü. den Dolce-Vita-Staaten im Süden wird uns Deutschen noch wie Dachziegel auf den Kopf fallen. Denn täuschen wir uns nicht: Wir finden in diesen Ländern nicht viele Politiker, die sich rundum mit den Deutschen ob ihrer noch stabilen Wirtschaft, freuen. Im Gegenteil: Man hofft inständig, dass auch Deutschland in die Rezession rutscht, weil man sich dann am ehesten Systemveränderungen verspricht. Ihren Erfolg haben die Regierungen Schröder und Merkel vor allem auf dem Rücken der europäischen Südstaaten und der deutschen Arbeitnehmer “errungen”. Erstere können wegen des niedrigen Einkommensniveaus in Deutschland nämlich ihre eigenen Produkte nicht kostendeckend auf dem europäischen Markt platzieren. Sie müssen also importieren, in Deutschland einkaufen und das generiert Arbeitslosigkeit dort und senkt die Steuereinkommen des Staates und zwingt zur Aufnahme von Schulden usw.
Export, Außenhandelsüberschuss, das ist es vor allem, worauf deutsche Regierungen setzen – und im besonderen Maße Merkels Regierung. Wer hier Erfolg hat, neigt dazu, die Einkommen der Bevölkerung weiter niedrig zu halten und damit die Binnennachfrage zu vernachlässigen. Und genau das ist die Krux! Bei den deutschen Arbeitnehmern – in Wirtschaft wie im Öffentlichen Dienst – kommt nämlich seit beinahe 15 Jahren von diesem Wirtschaftserfolg praktisch nichts mehr an. Im Gegenteil, seit dieser Zeit sind die Realeinkommen der Masse der Deutschen massiv abgesunken. Nicht nur, dass die Lohnrunden eins ums andere Mal extrem niedrig ausfielen und nicht einmal die Inflationsrate mehr abfangen, sogar Jahre des Lohnverzichts und die Verlängerung von Arbeitszeiten ohne Ausgleich waren dabei. Mit dem “Zweitem Arbeitsmarkt”, dem gigantischen Missbrauch und Ausbeutung der Zeitarbeit, unglaubliche Niedriglöhne, das Verweigern von Regelungen für einen Mindestlohn (in den neuen Bundesländern erhält eine Friseurin kaum mehr als 4 EUR Stundenlohn), der in allen anderen EU-Staaten längst Realität ist, wurde die Situation des flachen Binnenmarktes noch verschärft. Zugleich wuchsen die Unternehmensgewinne und die Renditen aus Spekulationen, sowie die Managergehälter astronomisch an. Deutschland stützt also seine enorme Wettbewerbsfähigkeit vor allem auf dem Kurzhalten des Volkes. Das ist dem Verhalten von Unternehmen, die in der Dritten Welt bei unmenschlichen Arbeitsbedingungen produzieren lassen, nicht ganz unähnlich. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander.
Mehr noch: Die sog. “Rettungsschirme”, seien sie nun für die “Bankenrettung”, für Griechenland oder zum Schutz der europäischen Währung gedacht, werden durch die massive Neuverschuldung der EU-Staaten, allen voran Deutschlands, finanziert. Das heißt, die Deutschen werden auch in die Zukunft wirkend und auf nicht absehbare Zeit auch noch hohe Steuerlasten zu tragen haben, was die Realeinkommen noch einmal absenkt. Steuerlasten, die aber weder der Infrastruktur, noch dem Bildungswesen noch der generellen Verbesserung der Lebensbedingungen der breiten Masse in Deutschland dienen.
Doch kaum stehen den Banken zur Rettung die vom Steuerzahler aufzubringenden gigantischen neuen Mittel zur Verfügung, tröten diese in die Welt “Wir haben keine Finanzkrise, sondern eine Schuldenkrise der Staaten. Die Staaten müssen ihre Schulden, z.B. durch Sozialabbau in den Griff bekommen!”
Merkel lässt sich das nicht nur gefallen, nein, sie übernimmt diese bizarre Dialektik auch noch und beweist sich einmal mehr als Marionette an den Strippen des weilweiten Wirtschafts- und Finanzfaschismus, eben als Apparatschika.
Der deutsche Wirtschaftserfolg schmarotzt sich also auf dem Rücken unserer europäischen Nachbarn und der deutschen Arbeitnehmer durch die Krise. Und Angela Merkel hat dieses Prinzip – typisch Physikerin – perfektioniert. Das Volk und seine Lobbyverbände (wie Gewerkschaften, Sozialverbände etc.) scheint sie überhaupt nicht mehr wahrzunehmen. Sie ist längst im Spinnennetz der Wirtschafts- und Finanzlobby verfangen und vor allem dort sucht sie sich auch Rat. Dass sie auch dem umstrittenen Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, erlaubt hat, seine “Duftmarke” im Kanzleramt abzusetzen, in dem sie ihm gestattete, mit ausgesuchten Gästen seinen 60. Geburtstag dort zu feiern, wirkt wie ein Sinnbild für ihre Haltung: Wirtschaft, Finanzmacht und Politik feiernd und champagnisierend vereint im Zentrum der Macht – welch ein Signal!: Das Volk da draußen, die Plebs, wen interessiert schon, deren Sehnen und Wollen? Amtseid hin oder her.
Es muss sehr enttäuschend für Merkel gewesen sein, als sie erkannte, dass sich ein Josef Ackermann vor allem seiner Bank und deren Kunden verpflichtet fühlt. Unverblümt steht er deshalb auf dem Standpunkt, für das Gemeinwesen hätten die Banken keine Verantwortung zu übernehmen, das sei Aufgabe des Staates.
Doch nun zu Angela Merkels m.E. fehlerhafter Sozialisierung:
Sie kann nichts dafür, dass Ihre Eltern, ein Pfarrershaushalt (der Vater war evangelischer Theologe), gleich nach Merkels Geburt, mit ihr in die DDR übersiedelten. Doch wirft dies einen Schlagschatten auf sie und ihre Familie: Warum verlässt eine Familie ein Land auf dem Wege in die Freiheit, um in ein Land zu gehen, das sich auf den Weg in eine weitere Diktatur begeben hat? Ich kann mir das nur so vorstellen, dass das Elternhaus eben dem kommunistischen Machtbereich näher stand, als den westlichen Demokratien.
In ihrer Vita fand ich nur einen Aspekt, der ein Indiz dafür sein könnte, dass es in Merkels Familie auch Gründe für eine kritische Haltung ggü. dem DDR-Regime gegeben haben könnte: Merkels Mutter, Herlind Kasner, in Hamburg Lehrerin für Latein und Englisch gewesen, wurde angeblich eine Tätigkeit im Schuldienst der DDR verwehrt.
Angela Merkel, damals jedenfalls, scheint sich gut in die DDR-Gesellschaft hinein entwickelt zu haben. Zwar nahm sie angeblich nicht an der Jugendweihe teil, dafür konfirmierte sie, was im Pfarrershaushalt nun nicht gerade überraschend scheint. Doch war sie Mitglied in der Pionierorganisation Ernst Thälmann und später in der Freien Deutschen Jugend (FDJ), also bei den Blauhemden (das war die sozialistische Variante der früheren “Hitlerjugend” bei den Nazis, nur halt “rot” lackiert).
Kein Wunder, dass sie – anders als systemkritische DDR-Bürger – zum Hochschulstudium zugelassen wurde. Behindert wurde sie jedenfalls nicht, was für Kinder aus Theologenfamilien nicht selbstverständlich war. Im Gegenteil: 1986 durfte sie sogar für mehrere Tage in die Bundesrepublik ausreisen, was bekanntlich nur linientreuen DDR-Bürgern, gut beaufsichtigten Sportlern oder DDR-Rentnern gestattet wurde. Im gleichen Jahr promovierte sie. Nach der damaligen Promotionsordnung der DDR mussten die Doktoranten ihrer Dissertation auch einen Nachweis beifügen, dass die während des Studiums erworbenen Kenntnisse des Marxismus-Leninismus “wesentlich vertieft und erweitert” worden waren. Merkels Marxismus-Leninismus-Arbeit gilt heute als “verschollen”. Sieh da… welch ein Zufall. Ein Schelm, wer dabei Schlechtes denkt!
Studium ab 1973 in Leipzig. 1977 ging sie eine Ehe mit dem Physikstudenten Ulrich Merkel ein, die – kinderlos – 1982 wieder geschieden wurde. 1988 heiratete sie dann den Chemiker Joachim Sauer, ihren heutigen Ehemann – und auch diese Ehe blieb kinderlos. Darüber, dass sie ersatzweise Adoptivkinder aufgezogen hätte, ist nichts bekannt.
Für sie spricht, dass sie angeblich nie Mitglied in der SED oder einer der Blockparteien war. Aber sie engagierte sich während ihrer Tätigkeit an der Akademie der Wissenschaften in ihrer FDJ-Gruppe. Nach eigenen Angaben will sie dort nur als “Kulturreferentin” tätig gewesen sein, nach dem Merkel-Biografen, Gerd Langguth, war sie aber in der FDJ für Agitation und Propaganda zuständig. Dafür gibt es viele Zeitzeugen, die der Biograf dazu befragt hat. Alles in allem also ein weitgehend ganz normales, typisches DDR-Akademikerleben, geruhsam, angepasst und ohne besondere Auffälligkeiten. Um so erstaunlicher Merkels weitere Entwicklung.
Erste Zuneigung für das Demokratische scheint sie erst nach dem Deutschen Herbst 1989 entwickelt zu haben, indem sie im Demokratischen Aufbruch mitarbeitete. Von da an ging ihre Entwicklung rasant weiter. Merkel bewies, wie anpassungsfähig sie sein konnte – man könnte es auch opportunistisch nennen. 1990 Beitritt zur Ost-CDU, hervorgegangen aus einer ehemaligen Blockpartei, bereits 1991 Bundesministerin für Frauen und Jugend (sie, die nie ein Kind umsorgt hat!). Bundesumweltministerin 1994 und schon 1998 CDU-Generalsekretärin. Sie avancierte zu “Kohls Mädchen”. Nachdem Helmut Kohl 1999 über eine Spendenaffäre stürzte, wurde sie bereits 2000 CDU-Vorsitzende; und das ist sie nun schon im 13. Jahr.
Sicher war ihr das Glück dabei immer hold, was man bewundern muss. Denn Parteien neigen dazu in schwierigen Zeiten, wenn die Männer feige werden, weil sie fürchten in einen politischen Sumpf gezogen zu werden, “die Kühe auf die Weide zu treiben”, sprich, die Frauen nach vorne zu lassen. Da brauchte man die schon immer strebsame Angela nicht lange bitten. Wie verschlagen diese Frau sein kann, spürten die Alphamännchen in CDU/CSU recht schnell: Einen Konkurrenten nach dem anderen stellte sie geschickt kalt: Friedrich Merz, Edmund Stoiber, der, knapp gescheitert als Kanzlerkandidat gegen Gerhard Schröder, gedemütigt, schließlich sein Ministeramt im ersten Merkel-Kabinett hinwarf (sicher war es dem “blonden Fallbeil” aus Wolfratshausen auch zuwider, dass nicht er, sondern Angela Merkel als Kanzlerin die Richtlinien der Politik vorzugeben hat). Zuletzt gelang es ihr auch noch den von vielen schon als nächsten Kanzlerkandidaten gesehenen, niedersächsischen Ministerpräsidenten, Christian Wulff, “aus dem Weg zu räumen”, indem sie diesen bei seiner Eitelkeit packte und – nach Horst Köhlers Flucht aus dem Amt – zum Kandidaten der schwarzgelben Koalition für das Amt des Bundespräsidenten vorschlug. Für unser Land leider keine sehr weise Entscheidung, wie wir inzwischen wissen.
Bei all dem fällt auf, dass Angela Merkel einige eigentlich typisch weibliche Verhaltensstrukturen, wie z.B. Empathie für andere, vor allem für die Bevölkerung, völlig abgehen. Sie ist und war immer eine Apparatschika, mustergültig, kadergeschult, Ich-bezogen, karrierebewusst, was sich auch bei der Auswahl ihrer Berater und durch ihre Neigung, dem Wirtschafts- und Finanzlobbyismus auf den Leim zu gehen, wieder und wieder zeigt. So wundert es nicht, dass sie sich vor allem von den, durch die von diesen selbstverschuldete Finanzkrise arg in Bedrängnis geratenen Bänkern – allen voran vom umstrittenen Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, beraten ließ und lässt. Die Lobbyverbände des Volkes, wie die Gewerkschaften oder die Sozialverbände, sind ihr völlig gleichgültig, die nimmt sie nicht einmal wahr. Aber die können und wollen ihr wohl auch beim Machterhalt kaum helfen.
Macht und Machterhalt um jeden Preis, wenn es sein muss, gegen den Willen des Volkes, das sind ihre dominierenden Prinzipien. Dies zeigt sich auch in ihrem Umgang mit unserem “Schnäppchenjäger” im Amt des Bundespräsidenten, dessen Verhalten in Anspielung auf seinen Namen ein neues Verb kreiert hat: “wulffen” (wulffen steht nun synonym für "ein gutes Leben führen auf Kosten anderer”).
Das Ansehen des Amtes des Bundespräsidenten interessiert Merkel dabei nicht die Bohne, sondern alleine die Tatsache, dass sie Wulff als Konkurrenten um die Kanzlerschaft los wurde und weil sie sich einen zweiten Rücktritt eines Staatsoberhaupts binnen Jahresfrist einfach nicht mehr leisten kann. Denn jeder weiß, dass Wulff ihr Kandidat war, wie vorher bereits Horst Köhler und eine erneuter Rücktritt würde ihr die nächsten Wahlen kosten. Also stützt sie ihn eisern nach dem Motto “Augen zu und durch”, auch wenn mehr als die Hälfte des Volkes Christian Wulff lieber heute als morgen demissionieren sähe.
Und Angela Merkel ist auch dabei, die Europäische Union und ihre Währung zu zerlegen. Was der Sowjetunion und dem Warschauer Pakt in 60 Jahren nicht gelang, Merkel gelang es im Handstreich, die einst eiserne Gemeinschaft der Europäer zu entzweien. Sie wird schon deshalb als Katastrophenkanzlerin in die Geschichte eingehen.
Aber wie sollte es auch anders sein? Sie hat ja vom Ringen der Europäer um die Einheit Europas bis 1990 nichts mitbekommen. Ihr fehlen Jahrzehnte persönlichen Ringens um Einheit, Frieden, Sicherheit und Wohlstand in den westlichen Ländern, von der Montanunion, über die EWG, die EG bis zur jetzigen Europäischen Union. Und diese fehlenden Voraussetzungen, diese fehlerhafte europäische Sozialisierung beweist sie in nahezu allen ihren politischen Bestrebungen. Dass Europa nur ein Europa der Völker und nicht ein Europa der Konzerne, Banken und Kapitaleigner sein darf, dass Europa wichtiger sein muss – des Friedens und der Freiheit Willen – als deutsche Egoismen, das kommt dieser Frau aus der Uckermark kaum in den Sinn. Sie ist schlicht nicht europäisch sozialisiert und bewegt sich auf internationaler Ebene wie eine ausgebrochene Elefantenkuh im Porzellanladen Europas.
Doch auch aus anderem Grunde spreche ich ihr eine fehlerfreie Sozialisierung ab: Für mich ist das Fehlen jeglicher Erfahrung in Aufzucht, Hege und Pflege von Nachwuchs grundsätzlich immer einhergehend mit Defiziten im Entwickeln eines empathischen Empfindens. Menschen, die ihre Gene nicht in die nächste Generation weitergeben, können nach dem Grundsatz “nach mir die Sintflut” leben. Egoismus und “mir das meiste” ist häufig Lebensprinzip. Sie verstoßen damit gegen das Prinzip des Lebens, welches auf dem Prinzip der Reproduktion und Arterhaltung basiert. Kurz: Sie müssen sich keine Gedanken darüber machen, ob es ihren Kindern und Kindeskindern in einer von ihnen verschuldeten schlechten Entwicklung der Lebensgrundlagen für die Menschen gut geht oder nicht. Sie können sich ganz auf das Hier und Heute und ihren Machterhalt konzentrieren. Einem alten Griechen wird die Warnung nachgesagt: “Lass Dein Volk nie von Fürsten regieren die keine Kinder haben! Ihre Politik sieht anders aus, wenn sie keine Nachkommen haben, die die Dummheiten ihrer Vorfahren zu ertragen haben.” Sic!
Und neben Angela Merkel hatten wir bereits Gerhard Schröder als bevölkerungspolitischen Blindgänger im Bundeskanzleramt sitzen… und genau so sieht auch der Scherbenhaufen aus, den sie hinterlassen haben, den wir und unsere Nachkommen auszubaden haben.
KOW
Mittwoch, 11. Januar 2012, 00:36 Uhr -
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Größe gewinnen durch Rücktritt
Warum fahren Politiker nicht gerne mit der Bahn? Weil da auf jedem Bahnhof immer einer “Bitte zurücktreten!” plärrt. … Ein Kalauer, freilich, aber mit wahrem Kern. Es gibt kaum ein Wort, das die politische Klasse mehr in Panik zu versetzen mag, als “Rücktritt”!
Doch wenn er gefordert wird, dann sollte jeder Betroffene genau überlegen, ob der Schritt für ihn unvermeidlich ist und ob sich ein “Augen-Zu-Und-Durch!” mit Pattex am Hosenboden nicht zur persönlichen Tragödie entwickeln wird. In dieser Situation genau scheint mir Christian Wulff im Amt des Bundespräsidenten nun zu stecken.
Was er mit Blick auf die fragwürdige Finanzierung seines Eigenheims getan hat, ist längst nebensächlich. Es ist sein verheerendes Krisenmanagement, welches von ihm das Bild eines unbesonnen, kopflos Handelnden zeichnet. Egal was er jetzt auch noch unternimmt, um den Schlamassel aus der Welt zu schaffen, es wird ihm im Zeitalter des Internets nicht gelingen, auf kollektives Vergessen zu setzen. Seine “Prophezeiung”, dass in einem Jahr keiner mehr darüber sprechen wird, kann sich gar nicht erfüllen.
Im Netz wimmelt es jetzt schon von Häme und Spott. So ist es derzeit ein beliebter Spaß, bekannte Filmtitel auf die Wulff-Affäre umzudichten: “Einer flog über das Eigenheim”, “Der mit dem Wulff tanzt”, “Liebling, ich habe die Würde des Amtes geschrumpft”, “Die verlorene Ehre des Christian Wulff”. In einem Onlineforum nannte ein Leser Schloss Bellevue jetzt – wirklich geschmacklos – gar “Wulffschanze”. Und das ist erst der Anfang! In Kürze beginnt die “fünfte Jahreszeit”, der Karneval. In kaum einem Karnevalsumzug am Rosenmontag wird der Bundespräsident als Witzfigur fehlen. Will er sich das wirklich antun? Noch mehr: Will er das unserem Land antun?
In seiner Situation kann er eigentlich nur noch aus der Kleinkariertheit herausfinden, wenn er keine Zeit verliert und wenigstens noch zu einem grandiosen Abgang fähig und willens ist. Angesichts des jämmerlichen Bildes, das Wulff derzeit abgibt, wächst sein Vorgänger, Horst Köhler, nachträglich noch zum Giganten heran. Er hat seinen Fehler, dass er dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan auch andere Ziele zusprach, nämlich geo- und wirtschaftspolitische Aspekte und die bevorstehenden politischen Irritationen erkannt und trat zurück. Damals habe ich das zwar als “Davonlaufen” gewertet, im Vergleich zu Wulff werte ich das heute aber als vorbildliche Handlung auf Basis größten Respekts vor dem Amt, das er nicht beschädigen wollte.
Unvergessen auch der Rücktritt der EKG-Vorsitzenden, Margot Käßmann. Was hat diese Frau mir Respekt abgerungen! Dabei war sie nur einmal angetrunken mit dem Auto gefahren! Und nun ein weiterer Rücktritt, der des Schweizer Notenbankchefs, Phillip Hildebrand, vor zwei Tagen, wegen des Vorwurfs, seine Frau hätte mit seinem Wissen im August letzten Jahres verbotene Insidergeschäfte getätigt. Weite Teile Hildebrands Rücktrittserklärung könnte Wulff nahezu 1:1 für seine eigene verwenden und würde damit die letzte Chance nutzen, durch einen starken Abgang doch noch einmal an Größe zu gewinnen, der sicher den meisten Bürger Respekt abnötigen und sie wieder versöhnlich mit seiner Person stimmen könnte. Eine Haltung: “Ist der Ruf erst einmal verdorben, lebt sich’s völlig ohne Sorgen” kann sich ein Staatsoberhaupt nicht leisten.
Phillip Hildebrand trat mit folgenden beeindruckenden Worten zurück:
…“In Anbetracht der andauernden öffentlichen Debatte rund um diese Finanztransaktionen, nach gründlicher Prüfung der gesamten Dokumentation und eingehendem Nachdenken seit der Medienkonferenz bin ich zum Schluss gekommen, dass es nicht möglich ist, einen abschließenden Beweis zu liefern, dass meine Frau ohne mein Wissen die Devisentransaktion am 15. August veranlasst hat. Für diese Aussage stehe ich mit meinem Ehrenwort ein.
Leider wurden rund um diese Transaktionen Fehler gemacht. Ich habe diese am Donnerstag genannt und entschuldige mich dafür. Ich bedaure dies sowie die gesamte Angelegenheit zutiefst. Wenigstens ermöglichen diese Fehler zu erkennen, wo es in den internen Regulierungen und in den Transparenz- sowie Verhaltensanforderungen der Nationalbank Schwächen gibt, die es nun resolut zu beseitigen gilt. Dies wird es erleichtern, die Glaubwürdigkeit der Nationalbank als ihr höchstes Gut aufrecht zu erhalten. Ich bin voller Hoffnung, dass die Nationalbank letztlich gestärkt aus dieser zugegebenermaßen außerordentlich schwierigen Situation herauskommen wird.
Es besteht nun die Gefahr, dass ich als Folge dieser bedauerlichen Angelegenheit möglicherweise für eine gewisse Zeit nicht mehr in der Lage sein könnte, schwierige Entscheide zu treffen und sie kraftvoll und erfolgreich umzusetzen, so wie das in der Vergangenheit der Fall war. Im Bewusstsein der aktuellen Schwierigkeiten, denen wir als Land gegenüber stehen, und angesichts meiner Verantwortung für das Amt und für die Institution Schweizerische Nationalbank habe ich mich entschlossen, mein Amt per sofort zur Verfügung zu stellen.
Dieser Schritt erfüllt mich mit Traurigkeit. Ich empfand das Amt des Präsidenten des Direktoriums immer als außerordentliches Privileg und kann mir schlichtweg keine herausforderndere Tätigkeit vorstellen. Ich gehe ohne Ranküne und vor allem erfahrener als ich es noch vor wenigen Wochen war.”
Welch ein Mann! Welch eine Größe! Welch eine Haltung! Welche Ethik spricht aus ihr. Welch ein vorbildlicher Stil – und der von einem Bänker!
KOW
Dienstag, 3. Januar 2012, 20:37 Uhr -
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Wer nicht hören will …
Und ich sagte noch zu meiner Tochter: “Räum Dein Netbook auf!” Aber nee… ![]()
Von George W. Bush empfohlene Erziehungsmethode.
KOW
Sonntag, 1. Januar 2012, 18:48 Uhr -
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Fundsache: Georg Schramm redet Klartext
Auf der Bühne ist Georg Schramm ohnehin immer der Knaller. Das ist deshalb so, weil er authentisch ist: Was er auf der Bühne von sich gibt entspricht zu 100% seiner Geisteshaltung und das ist eine durch und durch ethisch-empathische und sehr vorbildliche.
Im folgenden, in der Schweiz, von der “We-Are-Change-Bewegung” geführten Interview legt er viel von seiner vorbildlichen Lebenshaltung offen. Unbedingt sehenswert!
… und auf der Bühne in Action:
KOW
